Die Villa

Ein Streifzug durch Möglichkeitsräume

Durch elektronische Musik und Visuals wird der physische Raum der Clublocation so umkodiert, dass er von den Besucher_innen neu wahrgenommen werden kann: Es entsteht ein anderer Raum innerhalb des realen Ortes. Die Transformation wird aber auch von den Erwartungen und Konventionen der Besucher_innen mitbestimmt – ein Club ist ein Raum, in dem alltägliche Regeln nicht mehr gelten und damit andere, aber oftmals ähnlich festgefahrene Rituale zur Geltung kommen. Durch die euphorische Loslösung vom Alltag im Club können wir uns Möglichkeiten die wir uns normalerweise vorenthalten bewusst werden.
Foucault nennt solche Räume Heterotopien [Heterotopie = anderer Ort][1]. Heterotopien sind unter anderem Räume mit bestimmten, von der Norm abweichenden Funktionen, die aber gleichzeitig eng mit der Gesellschaft und ihren Erwartungen verknüpft sind.[2] Diese anderen Orte werden von Foucault auch als Illusionsräume bezeichnet, in denen die potenziellen Eigenschaften aller, auch der normierten Räume, sichtbar werden. Die Neucodierung des Raumes durch die audio:visuelle Intervention und der Wandel der Besucher_innen macht sichtbar, was eigentlich immer möglich ist: die Veränderbarkeit unserer realen Umwelt und unseres alltäglichen Verhaltens.


[1] Heterotopie: anderer Ort (griech. hetero: anders, topos: Ort)

[2] Foucault, Michel: Andere Räume in: Barck, Karlheinzu.a. (Hg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik, Leipzig 1992, S. 45

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