Kunst und ihre Vermittlung

Ich bin Künstlerin, arbeite aber nicht mit partizipativen Formaten. Ich produziere als Künstlerin Werke, als deren Autorin ich mich betrachte. Ich glaube nicht, dass es partizipative Kunstwerke gibt. Entweder die KünstlerIn benutzt Mitwirkende, um ihr Konzept umzusetzen ODER sie stellt die Mitwirkenden und ihre Bedürfnisse von Anfang an in das Zentrum ihres Denkens und Handelns. Dabei können künstlerische Prozesse entstehen. Dabei entsteht auch eine Teilhabe der Mitwirkenden, die auf allen Ebenen als gleichwertige PartnerInnen, wie es so schön gesagt wird, dabei sind. Und doch entstehen Hierarchien, wie sie von den Beteiligten dann praktiziert werden: 1. KünstlerIn / Kunstwerk, 2. KunstvermittlerIn / Vermittlungsprojekt 3. Teilnehmende. Diese Hierarchien manifestieren sich beispielsweise in der Deutungshoheit, der Aufmerksamkeitsdichte und materiellen, wie der immateriellen Zuwendung – auch in übertragenem Sinn. Auch, wenn ich zwischen meiner Arbeit als Künstlerin und der als Kunstvermittlerin trenne, möchte ich die von der Gesellschaft darauf projizierten Hierarchien auflösen und behandle z.B. die Arbeit einer SchülerIn mit der gleichen Achtung, wie die Arbeit einer KollegIn. In Dialogen im Rahmen des “Mini-Symosiums” würde ich daher gerne zu diesen Verhältnissen diskutieren, mit praktischen Beispielen.
Die Betrachtung dieser Bereiche regt für mich gleichzeitig immer wieder die Reflexion über den aktuellen Kunstbegriff an.
Weitere für mich zentrale Themen sind:
“Eigenantrieb” / Inwieweit kann künstlerische Kunstvermittlung Raum geben? Für mich ist der Erfolg eines Projekts der künstlerischen Kunstvermittlung an dem Eigenantrieb der Teilnehmenden ablesbar. Umgekehrt: Weder ästhetische Normen, noch der messbare Wissenszuwachs ist für mich in der Evaluation relevant. Für mich zählt ausschließlich der Eigenantrieb aus dem heraus die Teilnehmenden agieren.
“Etikettierung” / Beschreibe ich ein Projekt, muss ich immer etwas über jemanden schreiben. Welche Informationen braucht die Vermittlung der Vermittlung ohne Teilnehmende “vorzuzeigen”, sie als Objekte zu benennen oder sie gar im schlimmsten Fall in voyeuristischer Weise preiszugeben?

One Comments to “Kunst und ihre Vermittlung”

  1. Michaela Götsch sagt:

    In „Über diesen Blog” auf http://mischen-possible.org/ schreibst du: “Damit sollte meine künstlerische Vermittlungsarbeit als solche transparent werden … (und) den Beteiligten der Projekte … eine Stimme verliehen werden.“
    Mehr zur Frage:
    Wie können Berichte über partizipatorische Kunstvermittlungsprojekte den gemeinschaftlichen Prozess sichtbar machen?
    im Artikel “Die Stimme der Akteur_innen http://www.kunstdialoge.at/?p=1455

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